Anfrage | Wasserstofftechnologie am RMD-Standort Flörsheim-Wicker

Bild: SPD | Moritz Löw

Bevor die RMD Rhein-Main Deponie GmbH mit Projekten wie der „Deponie auf der Deponie“ unnötigerweise den Weg in eine Sackgasse beschritt und vor allem durch Querelen in der Geschäftsführung auffiel, war das Unternehmen über den Main-Taunus-Kreis hinaus bekannt als ein bedeutsamer Innovationstreiber für die Region: Verschiedene Projekte mit „Zukunftstechnologien“, insbesondere im Bereich erneuerbare Energien, wurden im Deponiepark der RMD im Sinne eines Innovationszentrum realisiert und lieferten bedeutsame Impulse. Mit der heute erforderlichen Neuausrichtung der RMD sollte unbedingt wieder an dieses lange gepflegte Selbstverständnis des Unternehmens angeknüpft werden.
Dabei bietet sich die Prüfung von Möglichkeiten zur Gewinnung von Wasserstoff als umweltfreundlicher Energieträger und Antriebsmittel für Brennstoffzellenfahrzeuge an, einem derzeit an Dynamik gewinnenden Großthema der Energiewende mit dem Potential zum „Game-Changer“.
Ein wegweisendes Projekt zur praktischen Nutzung wird nun am Müllheizkraftwerk Darmstadt angestoßen, wo bislang die anfallende Abwärme zur Erzeugung von Fernwärme oder Strom genutzt wurde und nun zur Produktion von Wasserstoff beitragen soll (Presseberichterstattung u.a. FAZ vom 03.02.2021). Die grundlegende Technologie ist konfliktarm und sauber, sowie auch regional erprobt und bewährt, u.a. bei der Infraserv GmbH in Frankfurt-Höchst oder im Power-To-Gas-Energiepark in Mainz-Hechtsheim. Ähnlich gelagerte Projekte erscheinen auch am Standort Flörsheim-Wicker denkbar.
Weitere denkbare Nutzungsmöglichkeiten bietet die Aufbereitung von Deponiegas und dessen Veredelung zu verwertbarem Wasserstoff, einem derzeit noch experimentellen, sich ausformenden Betätigungsfeld der angewandten Wissenschaften (s. hierzu u.a. „Roadmap Gas für die Energiewende – Nachhaltiger Klimabeitrag des Gassektors“ – Veröffentlichung des Umweltbundesamtes 12/2019).

Der Kreisausschuss wird um Auskunft gebeten:

  1. Wird der Standort Deponiepark Flörsheim-Wicker als potentiell geeignet für die Gewinnung und/oder Bereitstellung von Wasserstoff als Energieträger betrachtet? Wenn nein, aus welchen Gründen?
  2. Welche potentiell nutzbaren Standortvorteile hinsichtlich Verkehrsanbindung oder vorhandener Infrastruktur können identifiziert und denkbar einbezogen werden?
  3. Welche weiteren Möglichkeiten werden gesehen, um den Deponiepark Flörsheim-Wicker durch die Ansiedlung innovativer Technologieprojekte zu stärken?
  4. Welche Möglichkeiten bestehen für den Main-Taunus-Kreis, solche Vorhaben zu unterstützen oder zu fördern?