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Kreisweite Gültigkeit der CleverCard, Drucksache XVII / I a / 056 vom 21.02.2014

Die SPD-Kreistagsfraktion hat den Kreisausschuss des Main-Taunus-Kreises am 21.02.2014 bezüglich kreisweiten Gültigkeit der Clevercard des RMV für Schüler-/innen und Auszubildende im Main-Taunus-Kreis befragt. Die Beantwortung des Kreisausschusses vom 21.05.2015 im Wortlaut:

Beantwortung einer Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion
betr.: kreisweite Gültigkeit der CleverCard, Drucksache XVII / I a / 056 vom
21.02.2014

Mit o.g. Drucksache hat die SPD-Kreistagsfraktion um Beantwortung
folgenden Sachverhaltes gebeten:

Die Clevercard des RMV für Schüler/-innen und Auszubildende gilt bislang im Main-Taunus-Kreis nur zwischen Wohn- und Schul- bzw. Ausbildungsort. Der Presse (FAZ v. 18.01.14) war zu entnehmen, dass der RMV anstrebt, die Gültigkeit der Clevercard im gesamten Verbundgebiet auf das jeweilige Kreisgebiet auszudehnen, und darüber Verhandlungen mit den Gesellschaftern führt.


Wir fragen daher den Kreisausschuss,


1. wie ist der Verhandlungsstand in Bezug auf den Main-Taunus-Kreis?
2. welche Kosten würden dem Main-Taunus-Kreis durch eine solche
Ausdehnung des Gültigkeitsbereiches entstehen?
Die Fragen werden folgendermaßen beantwortet:
Zu 1) Verhandlungsstand
Die RMV-CleverCard ist eine Schülerjahreskarte, die derzeit in verschiedenen Preisstufen – je nach befahrener Verbindung Preisstufe 1 bis 7 und Sonderpreisstufen – erhältlich ist. Mit einer CleverCard (CC) kann ein Schüler alle Wege zwischen Wohnung und Ausbildungsstelle befahren.
In einigen Pilotgebieten des RMV-Verbundgebiets wurde in den letzten Jahren die Einführung einer kreisweit gültigen Schülerjahreskarte getestet. Mit der sogenannten CleverCard kreisweit (CCk) können die Schüler zu einem kreisweiten Einheitspreis alle Verbindungen innerhalb eines Kreisgebiets nutzen, unabhängig von der Fahrtbeziehung zwischen Schule und Ausbildungsstelle. Für aus dem Kreis auspendelnde Schüler ist die CleverCard weiterhin gestaffelt nach Preisstufen erhältlich.
In den Pilotgebieten Fulda/Landkreis Fulda sowie im Vogelsbergkreis wurde ein Zugewinn bei den Verkaufszahlen erreicht. Daraufhin haben weitere Lokale Nahverkehrsorganisationen ein entsprechendes Tarifangebot eingeführt. Seitens des RMV wird die Übertragung des bislang lokalen Tarifangebots auf das gesamte Verbundgebiet angestrebt. Aufgrund der jedoch unterschiedlichen Bedingungen in den Landkreisen wird die CCk stets mit einem spezifischen Preis eingeführt. Der RMV hat das Planungsbüro WVI (Prof. Dr. Wermuth Verkehrsforschung und
Infrastrukturplanung GmbH aus Braunschweig) auch für den MTK mit einer
entsprechenden Kostenprognose beauftragt. Das Planungsbüro hat hierzu bei der MTV Daten zu den Verkäufen im Zeitkartenbereich der Azubis angefragt. Es liegen u.a. aus Datenschutzgründen für diesen Zweck jedoch nur wenige belastbare Daten vor und Prognosen sind durch den komplexen Sachverhalt unsicher. Die MTV konnte in Abstimmungsgesprächen erreichen, dass das Ingenieurbüro WVI seine Berechnungen für den MTK weiter vertieft hat bzw. Fehler ausräumen konnte. Das Einnahmerisiko sieht WVI lediglich bei der Gruppe der nicht Erstattungsberechtigten („Selbstzahler“) und prognostiziert die Höhe unter Annahme bestimmter Nachfrageentwicklungen auf -36.000 Euro. WVI räumt aber auch ein, dass bei gleichbleibender Nachfrage das Risiko bei -147.000 Euro liegen könnte.
Nach Einschätzung der MTV können noch knapp -70.000 Euro Mindereinnahmen bei den Erstattungsberechtigten („Fremdzahler“) hinzukommen. Dabei wurden etwaige Einnahmeeinbußen mit Einführung einer CCk im Freizeitverkehr nicht betrachtet, denn diese können vorab gar nicht beziffert werden. Da die MTV auch mit der Aufgabe der Erstattung betraut ist (integrierte Erstattung), hat sie die Sicht des Schulwegekostenträgers mit zu berücksichtigen: Da im MTK
lediglich die günstigste Fahrkarte erstattet wird, wird ein Teil der Nutzer der
bisherigen Preisstufe (PS) 1 die CCk nicht kaufen, sondern zu Einzelkäufen
wechseln („Stückelung“ aus Einzel-, Wochen- und Monatskarten). Die Erstattung von Einzelkäufen erfordert eine händische Bearbeitung jedes Einzelfalls. Da der größte Teil der Schüler im MTK auf Strecken der PS1 verkehrt, wird aus der Einführung der CCk ein zusätzlicher Personalaufwand für den Schulwegekostenträger entstehen.
Zwar resultiert möglicherweise dem Kreis als Schulwegekostenträger aus der
Einführung der CCk ein geringerer Erstattungsaufwand. Dem geringeren
Erstattungsaufwand entsprechen aber auch geringere Einnahmen aus den CCk-Verkäufen. Diese müssen – trotz anfänglichen Ausgleichs durch den RMV –langfristig durch die Gesellschafter der MTV ausgeglichen werden.
Weitere Risiken sind ein höherer Aufwand bei den Vertriebsstellen, wenn es zu mehr Einzelkäufen in der PS1 kommt, und ein Zusatzaufwand durch
Mehrbestellungen im Buslinienverkehr, wenn es zu mehr Nachfrage beim
Schülerverkehr kommt. Hier prüft die MTV aktuell, ob es zu Kapazitätsengpässen kommen kann. Nach Angabe des RMV sind jedoch Zusatzaufwände beim Verkehrsangebot in den Landkreisen mit CCk-Angebot bislang ausgeblieben. Der RMV hat bei einer positiven Entscheidung für die Einführung der CCk zum Schuljahr 2016/17 in Aussicht gestellt, das Risiko eventueller Mindereinnahmen für
die Dauer von drei Jahren abzufedern. Der RMV wird hierzu gegebenenfalls einen Beschluss herbeiführen. Langfristig tragen jedoch die Gesellschafter der MTV bzw. der MTK das Risiko.
Zu 2) Kostenprognose
WVI prognostiziert am Beispiel einer CCk zu einem Einheitspreis von 350 Euro, - dass unter Berücksichtigung einer Nachfragereaktion im MTK 371 CC-Karten mehr verkauft werden,
- dass Einnahmeeinbußen bei den Fahrkartenverkäufen in Höhe von -36.000 Euro
resultieren (elastische Nachfragerelation von e= -1,4),
- dass dem Kreis bei der Erstattung 2.000 Euro Mehrkosten resultieren.
- dass bei unveränderter Nachfrage aus dem günstigeren Angebot
Einnahmeneinbuße in Höhe von bis zu -147.000 Euro resultieren.
- dass es außerdem bei den Verkäufen bei Anschlussfahrkarten Einnahmen in Höhe von -9.000 Euro geben könne.
Der RMV schließt sich dieser Prognose an und bezeichnet sie als konservativ und plausibel. RMV und WVI bezeichnen den Wert von -147.000 Euro als eher unrealistisch.
Die MTV weist darauf hin, dass dieses Einnahmerisiko lediglich in Hinblick auf die Gruppe der Nicht-Erstattungsberechtigten (die sogenannten „Selbstzahler“) prognostiziert wurde. In Hinblick auf die Erstattungsberechtigten (die sogenannten „Fremdzahler“) gehen RMV und WVI davon aus, dass die Nachfrage auch bei Einführung der CCk unverändert bleibt. Die MTV, die seit Jahren mit dem Prozess der Erstattung der Schulwegekosten betraut ist, weist darauf hin, dass auch bei den Erstattungsberechtigten Mindereinnahmen entstehen könnten: Wenn der Schulwegekostenträger im MTK weiterhin lediglich die günstigste Fahrkarte erstattet, dann könnte ein Teil der Nutzer der bisherigen PS1 den Kauf der für sie teureren CCk ablehnen und stattdessen Einzel-, Wochen- und Monatskarten kaufen („Karten-Stückelung“).
Geringere Verkäufe bedeuten ein höheres auszugleichendes Delta für alle
Gesellschafter der MTV bei den Kosten für den lokalen ÖPNV.
Aus dieser Karten-Stückelung berechnet die MTV Mindereinnahmen bei den
Fremdzahlern in Höhe von bis zu -70.000 Euro. Da die Erstattung der
Schulwegekosten bei den Einzelkäufen eine händische Bearbeitung jedes
Einzelfalls erfordert und der größte Teil der Schüler im MTK auf Strecken der PS1 verkehrt, könnte aus der Einführung der CCk auch ein zusätzlicher
Personalaufwand für den Schulwegekostenträger entstehen.
3) Weitere Details (Datenlage, Komplexität der Prognose)
Es dient zur Kenntnis, dass bei der Kostenprognose viele Parameter zu beachten sind:
Die Nachfrage und die Einnahmen aus den Verkäufen der Schülerjahreskarte verändern sich, je nach dem
a) ob das neue Angebot für den einzelnen Käufer günstiger oder teurer wird. Die Einführung der CCk würde die Schülerjahreskarten der Preisstufen 1 bis 3 ersetzen. Wenn der Einheitspreis zwischen den bislang gültigen Preisen der Preisstufen 1 und 2 liegen würde, würde dies eine Veränderung der Nachfrage bei bewirken. Käufer der bisherigen Preisstufen 2 und 3 erhalten mit der CCk dann ein kostengünstigeres Angebot. Die Verkaufszahlen würden hier steigen, der Einzelpreis wird jedoch niedriger und die Einnahmen aus dem Verkauf der CCk könnten sinken. Für Käufer einer CC der bisherigen Preisstufe 1 verteuert
sich die Jahreskarte. Sie werden eventuell statt der teureren Jahresfahrkarte
doch wieder Wochen- und Monatskarten und gelegentlich Einzelfahrkarten
kaufen („Karten-Stückelung“).
b) ob ein Käufer ganz oder teilweise erstattungsberechtigt ist (die sogenannten „Fremdzahler“), oder ob er die Fahrkarte selbst zahlen muss (die sogenannten „Selbstzahler“).
c) wie die Erstattung geregelt wird, also ob der Schulträger in Preisstufe 1 den Preis der CCk trägt oder nur den günstigeren Stückelungspreis aus Wochen- und Monatskarten und gelegentlich Einzelfahrkarten.
d) wie sich der zeitliche Aufwand für die Bearbeitung der Erstattungsanträge dabei entwickelt – das ist ein wichtiger Aspekt für die MTV, die im Auftrag des Kreises die Erstattungsprozesse durchführt.
Für eine Prognose der Nachfrageseite sind daher folgende Daten relevant:
• Wie viele CC verkauft die MTV – gesplittet nach Preisstufen?
• Für wie viele CC wird eine Erstattung gezahlt („Fremdzahler“) – nach
Preisstufen?
• Wie hoch ist bei den Teilers

Aktuelles Thema: Gute Pflegeausbildung im MTK sicherstellen!
Fraktionszeitung 1/2018

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