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29.05.2019|Drucksache XVIII/Ia/244

Antrag der SPD-Kreistagsfraktion: Vermeidung von Mikroplastik-Emissionen bei Sportanlagen und Sicherstellung des Sportbetriebs

Die SPD-Kreistagsfraktion hat am 29.05.2019 den folgenden Antrag an den Kreistag des Main-Taunus-Kreises gestellt:

 

Der Kreistag möge beschließen:


Der Main-Taunus-Kreis setzt sich für die Vermeidung des Eintrags von Mikroplastik in Ökosysteme ein und stellt die unbeeinträchtigte Fortführung des Sportbetriebs in den Sportvereinen des Kreises für den Fall eines europäischen Mikroplastik-Verbots ab 2022 sicher. Dazu ergreift er bezüglich der Sportanlagen im Kreis folgende Maßnahmen:
1.) Bei kreiseigenen Sportanlagen wird vollständig auf den Einsatz von Füllstoffen für Kunstrasensysteme verzichtet, die Mikroplastik gemäß der Definition der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) freisetzen können. Die Umrüstung bestehender Anlagen auf unbedenkliche Materialien wird in Abstimmung mit den Erfordernissen des Sportbetriebs unverzüglich begonnen.
2.) Der Kreis unterstützt und bezuschusst nur noch die Einrichtung von Kunstrasensystemen an Sportanlagen im Kreisgebiet, wenn dort ebenfalls auf Mikroplastik verzichtet wird.
3.) Der Kreisausschuss wird weiterhin beauftragt zu prüfen und zu berichten
a.) Bei welchen Sportanlagen im Kreis entsprechende Mikroplastik enthaltende Materialien verbaut sind und wem jeweils der Betrieb der Sportanlage obliegt.
b.) Welche Möglichkeiten bestehen, diese auf unbedenkliche Materialien umzustellen und wie sich die Entsorgung des Mikroplastiks gestaltet, welche Zeit dies in Anspruch nehmen und welche Kosten dies verursachen würde.
4.) Der Main-Taunus-Kreis unterstützt die Sportvereine im Kreis sowohl finanziell als auch organisatorisch, falls ein Mikroplastik-Verbot die Umrüstung der Sportanlagen bis 2022 notwendig machen sollte. Ein Konzept für die Umrüstung und die Aufrechterhaltung des Sportbetriebs wird vorsorglich vorbereitet.


Begründung:
Der Studie „Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik“ des Fraunhofer-Instituts für Umwelttechnik von 2018 zufolge wurden Sportanlagen – insbesondere Fußball-Kunstrasenplätze – als der drittgrößte Emittent von Mikroplastik in Deutschland identifiziert. Demnach gelangen von dort durch Auswaschungen, Abrieb und Verwehungen rund 11.000 Tonnen kleinster Plastikteile – deren Zerfall teils hunderte Jahre dauert – in die Umwelt. Insbesondere über das Trinkwasser (Kläranlagen sind auf Mikroplastik-Partikel in der Regel nicht ausreichend vorbereitet) und die Anreicherung in Lebensmitteln finden sie im Weiteren auch den Weg in die Nahrungskette. Seit 2015 warnt das deutsche Umweltbundesamt vor den Risiken für Umwelt und Gewässer durch Mikroplastik. Plastik kann Giftstoffe wie bspw. Weichmacher enthalten, die als krebserregend, giftig oder endokrin aktiv gelten. Zahlreiche Unternehmen haben Mikroplastik bereits (wieder) aus ihren Produkten verbannt.
Betroffene Fußball-Kunstrasenplätze enthalten je nach Bauart 35 bis 100 Tonnen Granulat, das aus Mikroplastik besteht. Davon werden jährlich bis zu 10 Prozent a an die Umwelt abgegeben. Für Sportanlagen und Fußballplätze existieren verschiedene alternative bauliche Lösungen, die gänzlich auf Mikroplastik verzichten und für den Main-Taunus-Kreis in Frage kommen.
Die EU-Kommission hat die Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) beauftragt, ein Verbot der Freisetzung von Mikroplastik im Rahmen der europäischen Chemikalien-Verordnung „REACH“ (Verordnung (EG) Nr. 1907/2006) zu prüfen. Nun hat die Agentur einen Beschränkungsvorschlag veröffentlicht. Darunter fällt auch das als Füllstoff verwendetet Kunststoffgranulat gängiger Kunststoffrasensysteme. Ein mögliches vollständiges Verbot von dessen Ausbringung steht ab 2022 im Raum. Ein Bestandsschutz oder Übergangsfristen sind bisher nicht vorgesehen.
Der Hessische Fußball-Verband weist darauf hin, dass im Falle eines Verbots durch die Umrüstungen der Sportanlagen erhebliche Kosten auf die Kommunen und Sportvereine zukommen werden und dies erhebliche Auswirkungen auf die Sportlandschaft bzw. den Sportbetrieb haben kann.

Kreistag aktuell 1/2019

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